gedicht

Der Wind
(von Josef Guggenmoos)

In allem Frieden
schlief abgeschieden,
hinter einer Hecke,
der Wind.

Da hat ihn die Spitzmaus,
wie Spitzmäuse sind,
ins Ohr gezwickt.

Der Wind erschrickt,
springt auf die Hecke
fuchteufelswild,
brüllt,

packt einen Raben beim Kragen,
rast querfeldein ins Dorf hinein,
schüttelt einen Birnbaum beim Schopf
reißt den Leuten den Hut vom Kopf,

schlägt die Wetterfahne herum
wirft eine Holzhütte um, wirbelt den Staub in die Höhe:

Wehe, der Wind ist los!

Aber wo ist die Spitzmaus?
In ihrem Kellerhaus,
dreht sie die Daumen im Schoß,
zufrieden und faul
und grinst, mit ihrem frechen Maul!